Stadt Pegnitz Stadt Pegnitz
Stadtansicht mit Blüten
Luftbild
Brunnen
Hauptstrasse
IMG_0157.JPG

Informationsblatt: Wespen und Hornissen

10.07.2017 In den frühen Sommerwochen beginnt wieder die Zeit, in der Probleme mit Wespen und deren Nestern auftreten. Dazu haben wir Informationen zusammengestellt.

wespe.jpg

In den frühen Sommerwochen beginnt wieder die Zeit, in der Probleme mit Wespen und deren Nestern auftreten. Aber wann sind die Wespen ein Fall für die Feuerwehr? Wir wollen hier ein paar Informationen zusammenstellen...

Die Informationen können Sie zusätzlich hier als Dokument runterladen.

Der Lebenszyklus
Alle Wespen bilden einjährige Nester, die Wespenvölker leben nur einen Sommer, nur die im Herbst begattete Königin überwintert in engen Ritzen. Im April und Mai sucht die Wespen-Königin einen neuen Platz zum Nestbau, legt dort Eier in Waben ab, füttert die geschlüpften Larven und zieht so bis zum Verpuppen die ersten Arbeiterinnen heran. Sobald diese geschlüpft sind, übernehmen die Arbeiterinnen den weiteren Nestbau, die Futtersuche, die Pflege der Larven und die Bewachung. Im August schlüpfen dann die Männchen und die Jungköniginnen, die das Nest verlassen und sich paaren. Die aktuelle Königin stirbt und mit dem ersten Frost auch das restliche Leben im Nest, das dann problemlos entfernt werden kann, bezogen wird es ohnehin nicht mehr.

Probleme für den Menschen treten üblicherweise nur mit der „Deutschen Wespe“ und der „Gemeinen Wespe“ auf. Diese beiden Arten bilden größere Völker mit manchmal mehreren tausend Arbeiterinnen. Außerdem haben diese Arten sich den Gewohnheiten der Menschen angepasst und teilen sich mit den Menschen den Lebensraum – gegebenenfalls auch die Nahrung. Vor allem nach dem Auflösen der Nester im späten Sommer „fliegen“ die einzelnen Arbeiterinnen auf Zwetschgenkuchen und Grillplatten, um den Hunger zu stillen.

Im Allgemeinen aber sind Wespen außerhalb ihres Nestbereiches nicht aggressiv. So stechen Wespen nur, wenn sie sich oder das Nest bedroht sehen. Allgemein gilt, dass ein Wespenstich ungefährlicher als der Stich einer Biene ist.

Wespennester in der Nähe des Menschen
Wenn sich nun aber die Wespen in, an oder in der Nähe einer Wohnung eingerichtet haben gilt es abzuwägen, wie man damit am besten umgeht. Da die Saison von Wespen ohnehin nur bis den jeweiligen Herbst geht, sollte sich man sich fragen, ob nicht übergangsweise eine gemeinsame und friedliche Koexistenz möglich ist. Schließlich erfüllen Wespen wichtige ökologische Aufgaben wie das Fangen großer Mengen an Insekten, um diese an ihren Nachwuchs zu verfüttern. Nicht umsonst stehen sie unter besonderem rechtlichen Schutz. Befindet sich das Wespennest jedoch an einer Stelle, die häufig vom Menschen frequentiert wird, kann unter Umständen auch dessen Entfernung das Mittel der Wahl sein.

Sonderfall Hornissen
Eine besondere Rolle unter den Wespen nimmt die Hornisse ein. Die Hornisse ist eine Art der Wespen und steht in Deutschland sowie in Teilen Österreichs unter Naturschutz. Das heißt, ein Nest darf weder beseitigt werden, noch dürfen Tiere getötet werden. Bei Problemen mit Hornissen ist im Bedarfsfall die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Bayreuth (siehe dazu auch nachstehenden Bericht) zu kontaktieren.

Wespen – ein Fall für die Feuerwehr?
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Feuerwehr hier nur tätig werden darf, wenn Selbsthilfe einschließlich gewerblicher Leistungen wegen Gefahr im Verzug nicht möglich ist. Somit bleibt dann die Möglichkeit, ein Nest selbst zu entfernen oder wenn dies nicht möglich ist, einen gewerblichen Anbieter (Branchensuche: „Schädlingsbekämpfung“) dazu zu beauftragen. Die Feuerwehr ist gesetzlich gehalten, sich selbst – bis auf einzelne akute Fälle oder in städtischen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten – aus der Insektenbekämpfung zurückzunehmen.

Hornissen
Lange Zeit galten Hornissen als gefährlich und wurden deshalb vom Menschen stark bekämpft. Dadurch wurden sie immer seltener und mussten schließlich naturschutzrechtlich geschützt werden, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Tatsächlich sind Hornissen – ganz anders als manche Wespenarten – nicht aggressiv und eher scheu. Sie fliegen auch keine süßen Getränke oder Speisen an, sondern sind an Insekten als Hauptnahrung interessiert. Beachtet man einige Regeln, so ist die Gefahr, gestochen zu werden äußerst gering. Auch die oft gehörte Weisheit von den 3 Stichen, die einen Menschen töten können, ist nicht wahr.
Die Hornisse genießt den gesetzlichen Status „besonders geschützt“, der im Bundesnaturschutzgesetz und in der Bundesartenschutzverordnung verankert ist. Dieser Schutzstatus gilt nicht für Wespen. Es ist daher verboten den Hornissen nachzustellen, sie anzulocken, zu fangen oder zu töten. Auch Hornissennester oder Teile davon, dürfen nicht ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde entfernt werden. Da Hornissen ihre alten Nester normalerweise nicht wieder beziehen, ist die Angst, für immer mit einem Hornissenvolk leben zu müssen, unbegründet. Das Volk stirbt im Herbst ab und nur die Königinnen überwintern. Ein Nest, das an seinem Entstehungsort belassen wird, kann diesen Ort auch unattraktiv für einen neuen Bau machen.

Bitte informieren die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Bayreuth, wenn Ihnen ein Hornissennest in Ihrer Umgebung Sorgen bereitet. Durch einfache Maßnahmen können oft verträgliche Lösungen gefunden werden. Da die Beseitigung eines Hornissennestes meist die Auslöschung eines ganzen Volkes bedeutet, werden Befreiungen vom Verbot nur in begründeten Ausnahmefällen ausgesprochen.

Kategorien: Rathaus