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Aktualisierte Informationen zur Löschwasserversorgung

07.08.2019 Aktualisiert: Informationen zur Löschwasserversorgung in Leups und allgemeine Empfehlungen zur Brandvermeidung.

Update, 7.8.2019/8.8.2019:

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

seitens des Vereins Pro Leupser Quellwasser wird dem Stadtrat und dem Bürgermeister vorgeworfen, „Gelder der Allgemeinheit hinauszuwerfen“. Dazu nehme ich als Bürgermeister, in Vertretung des Stadtrates, folgendermaßen Stellung:

Ich habe heute Vormittag zusammen mit 2 Mitarbeitern der Juragruppe einen Spontanbesuch am und im Pumpenhaus und am und im Hochbehälter sowie an der Verlegungsstelle der Notleitung durchgeführt.

Seit dem Wochenende wird alles aus der Quelle zur Verfügung stehende Wasser, das im Pumpenhaus ankommt, in den Hochbehälter gepumpt. Es kann deshalb definitiv aus dem Überlauf des Pumpwerkes kein Wasser mehr austreten. Der Hochbehälter ist zu dem Zeitpunkt unserer Besichtigung gut gefüllt gewesen. Der Füllstand befand sich etwa 10-15 cm unterhalb des Überlaufes. Je nach dem aktuellen Verbrauch wird dieser Füllstand variieren. Wird zum Bespiel in der Mittagszeit oder nachts weniger Wasser verbraucht, kann auch Wasser über den Überlauf ablaufen. Dadurch, dass die gesamte im Pumpwerk ankommende Wassermenge in den Hochbehälter gefördert wird und dort über eine Wasseruhr läuft, kann genau die Quellschüttung ermittelt (= mit Wasseruhr gemessen) werden. Das waren in den letzten Tagen zwischen 41 und 43 m³. Rechnet man diese 24-Stunden-Menge auf l/sec. herunter (:24 h :60 :60) kommt man auf 0,47 bzw. 0,49 l/sec. Die leider erheblich zurückgegangene Schüttung hat also noch lange nicht die absolut besorgniserregende Zone verlassen!

Im Vergleich zu den Schüttungen und Verbräuchen z. B. Anfang Juni (siehe Verlaufsstatistik vom 16.07.) ist das ein mehr als besorgniserregender Zustand. Der Verbrauch im Juni lag bis auf Ausnahmetage in der Regel bei ca. 50 m³+x. Steigerungen bis 63 m³ waren gegeben (der genaue Durchschnittswert für den Monat Juni beläuft sich auf 50,3 m³). Wenn jetzt der Verbrauch gesunken ist, ist das auf die ergangenen Wassersparappelle zurückzuführen. Wenn also die aktuelle Schüttung derart eklatant nachgelassen hat, dass aktuell der normale Wasserverbrauch des Monats Juni (die vorherigen Verbrauchswerte waren übrigens teils deutlich höher!) um ca. 10 m³ seitens des Nachlaufs aus der Quelle unterschritten wird, ist das mehr als bedrohlich für Leib und Leben von Mensch und Tier und ebenso für die Löschwasserversorgung.

Die Schüttung im Spitzenwert ist von 2018 mit 1,42 l/sec auf 1,11 l/sec in 2019 gesunken. Wenn nun hinsichtlich der Löschwasserversorgung immer wieder die 48 m³-Menge (damit ein Tagesbedarf an Trinkwasser im Hochbehälter verbleiben würde) seitens der Juragruppe, als quasi anzunehmende entnehmbare Löschwassermenge benannt wurde, besteht aktuell die Gefahr, selbst diese Menge nicht für Löschzwecke entnehmen zu können. Deshalb haben wir auch die anderweitigen Lösungen in die Wege geleitet (Füllung von Güllefässern und Gruben, Schlauchbevorratung im Leupser FW-Haus, Änderung des Alarmplans usw.) und sind auf diese dringend angewiesen.

Nachrichtlich sei an dieser Stelle erwähnt, dass das zum Beispiel bei dem Brand in Hainbronn im Jahr 2008 660m³ in 2,5 Stunden und bei dem Brand im Neuhofer Weg in Pegnitz im Jahr 2014 270 m³ pro Stunde gebraucht wurden.

Ebenfalls nachrichtlich sei an dieser Stelle auf die rückläufige Quellschüttung insgesamt eingegangen: In den Jahren 2006-2013 belief sich die Schüttung im Jahresdurchschnitt auf knapp über 1 l/sec bei einem Durchschnittsspitzenwert von 1,21 l/sec. im Jahr 2013. Seit 2013 ist die Schüttung auf einen Wert von deutlich unter 1 l/sec. gesunken, hier wiederum auf einen Jahresdurchschnittstiefstwert von 0,71 l/sec. in 2017. Auch an Hand dieser Werte ist der Rückgang der Schüttung nachzuvollziehen.

Ich trete den, dem Stadtrat und mir als Bürgermeister gemachten Unterstellungen, wir würden Gelder der Allgemeinheit hinauswerfen mit aller Entschiedenheit entgegen. Ganz im Gegenteil, wiederhole ich gerne unsere gemeinsame getroffen Einschätzung, dass es allerhöchste Zeit war, mit einem weiteren Notfallplan zu reagieren und die Menschen in Leups vor sich selbst zu schützen. Die Pflichtaufgabe der Stadt Pegnitz die Löschwasserversorgung auch mittels der Notleitung sicher zu stellen erfüllen wir damit. Die Verlegung der Notleitung schreitet voran und wird noch in dieser Woche abgeschlossen werden können. Nach der labormäßigen Beprobung des Wassers, wird es vermutlich ab Montag zur Verfügung stehen.

Uwe Raab

Erster Bürgermeister

Datenblatt Quellschüttung Leups 2006 bis 2019


Update, 6.8.2019:

Pro Leupser Quellwasser e.V. fordert in einer E-Mail, den Bau der Notwasserleitung nach Leups zu stoppen. Hier können Sie den diesbezüglichen E-Mail-Verkehr von Bürgermeister Raab mit Pro Leupser Quellwasser e.V. vom 6.8.2019 nachlesen.

Datenblatt Quellschüttung Leups 2018 und 2019


Update, 29. Juli 2019: Verteilung eines Informationsblatt an die Leupser Bürgerinnen und Bürger


26.07.2019

In Folge der anhaltend sinkenden Quellschüttung und der daraus resultierenden Gefährdung der Löschwasserversorgung wurde heute vor Ort im Rahmen einer Lagebesprechung zwischen dem Leupser Feuerwehrkommandanten Thomas Funk, seinem Stellvertreter Daniel Gradl, dem Kreisbrandrat Hermann Schreck, dem Kreisbrandinspektor Stefan Steger, Kreisbrandmeister Daniel Failner und dem Ersten Bürgermeister Uwe Raab weitere Maßnahmen besprochen und ergriffen, um eine ausreichende Löschwasserversorgung gewährleisten zu können. Insbesondere gilt es auch den Zeitraum bis zur Fertigstellung der Notwasserversorgung gut zu überbrücken.

Zur Sicherstellung einer ausreichenden Brandbekämpfung wurde schon vor Jahresfrist die Alarmstufe erhöht, so dass im Brandfall auch die erforderliche Anzahl an wasserführenden Fahrzeugen alarmiert und in Bewegung gesetzt werden kann und ausreichend Schlauchmaterial zur Verfügung steht, um Löschwasser aus der Fichtenohe entnehmen zu können.

Zur Verfügung stehende Schläuche wurden heute Abend, damit diese zum sofortigen Einsatz vor Ort in Leups vorhanden sind, dankenswerterweise von der Feuerwehr Trockau aus Speichersdorf geholt. „Dem Speichersdorfer Bürgermeisterkollegen, Manfred Porsch, und seiner Feuerwehr gilt unser Dank, für diese spontane Unterstützung.", so Raab.

Der Pegelstand der Fichtenohe wird regelmäßig geprüft, Entnahmen mittels entsprechender Übungen trainiert. Außerdem werden in Leups auf Privatanwesen vorhandenen Gruben mit Löschwasser gefüllt, um gut verteilt stets Zugang einer Löschwasserreserve bzw. für den Erstangriff im Brandfall bereit zu haben. Diese Füllaktion wird von der Feuerwehr Pegnitz mittels großen wasserführenden Löschfahrzeugen vorgenommen. „Es ist wunderbar, zu sehen, wie hier auf höchst kameradschaftliche Weise zur Vorbeugung vor verheerenden Katastrophen zusammengelangt wird.“, würdigt Bürgermeister Raab diesen Einsatz, an die Feuerwehren Pegnitz und Trockau sowie die Kreisfeuerwehrführung gerichtet.

Dennoch weist Raab gemeinsam mit dem Kreisbrandrat Hermann Schreck ausdrücklich darauf hin, dass insbesondere der Brandverhütung größte Aufmerksamkeit einzuräumen ist, und das nicht nur in Leups:

Jedes offene Feuer, Lagerfeuer, das Wegwerfen von brennenden Zigarettenkippen usw. sei strikt zu unterlassen. Schon ein Funke oder eine weggeworfene Zigarettenkippe können Gras, Nadelstreu und am Boden liegende Zweige entzünden und einen folgenschweren Brand auslösen. Zudem sollte wegen des Brandrisikos durch heiße Fahrzeugkatalysatoren keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund geparkt werden. „Ebenso erbitten wir beim Grillen, höchste Vorsicht walten zu lassen und nur geeignete feuerfeste Behältnisse zu nutzen und zudem Löschwasser bereitzustellen.“, so die Maßgaben für die Verhaltensweisen.

„Der Löschwasserbereitstellung sollte natürlich nicht nur in Leups höchste Aufmerksamkeit gewidmet werden. Das gilt für jede Ortschaft. Es nützt dem strategischen Handeln der Feuerwehr enorm, das Löschwasservorkommen zu steigern und hilft so bei der Brandbekämpfung in den Ortschaften sowie in Wald und Flur, wenn gut verteilt alte Gruben und auch leere Güllefässer zur Wasserentnahme gefüllt sind. Wir erleben im Rahmen der Klimakrise mit Trockenheit, Dürre und anhaltenden ungeahnten Temperaturwerten höchste Brandgefahr aller Orten.“ so der gemeinsame Appell von Schreck und Raab.

Kategorien: Rathaus