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Im Jahre 1355 verlieh der böhmische Kaiser Karl IV. Pegnitz
die Stadtrechte, nachdem er zwei Jahre zuvor die Altstadt von den
bayerischen Herzögen Ruprecht d. Ä. und Ruprecht d. J. käuflich
erworben hatte. 1357 veräußerten die Landgrafen Ulrich und Johannes
von Leuchtenberg die "Stadt und Veste" Pegnitz (d.h. die Neustadt)
samt Leuten, Gütern, Gilten, Gefällen und Fischwassern' an den
Kaiser.
Wenn auch der historische Vorgang der Verleihung der Stadtrechte bis
heute nicht genau auf das Jahr belegbar ist, nach Einschätzung von
Historikern könnte sie in einem Zeitraum von 1348 bis 1356 erfolgt
sein, markiert er einen Wendepunkt in der Geschichte von Pegnitz.
Ein entscheidender Schritt vom mittelalterlichen Marktflecken,
barocken Ackerbürgerstädtchen und Bergbaustandort der Industriephase
bis zum fortschrittorientierten Mittelzentrum des 20./21.
Jahrhundert war damit getan.
Dabei reicht die Geschichte der Stadt Pegnitz noch viel weiter
zurück. Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung bereits in
der "Hallstadt-Epoche" hin. Konkrete Belege für eine Ansiedlung
finden wir erstmals in einer Stiftungsurkunde des Klosters
Michelfeld (bei Bamberg) vom 6. Mai 1119. Im Jahr 1313 folgt die
Verleihung der Marktrechte. Mitte des 14. Jahrhunderts schließlich
entstand neben der Altstadt eine Neustadt "uff dem Letten".
Jahrhunderte lang existierten also zwei getrennte Gemeinden
(Siedlungen) mit unterschiedlicher Verwaltung nebeneinander bis 1876
gleiche Rechte für die Alt- und Neustadt eingeführt wurden.
Eine enge Verbindung zwischen den Institutionen
Kirche-Schule-Stadt hat für die Stadtentwicklung immer eine
besondere Bedeutung besessen. Mit der Übernahme der Schulbildung der
Kinder durch die Theologen wurde der Grundstein zur Entstehung einer
neuen Bürgerschicht gelegt. Der Übergang von der ländlich geprägten
Bevölkerung zum "Städter" vollzog sich parallel mit den durch die
Bildung veränderten und verbesserten Erwerbsmöglichkeiten.
Handwerk und Gewerbe gewannen steigend an
Bedeutung und bildeten vor allem ab dem 19. Jahrhundert die
wirtschaftliche Grundlage der Pegnitzer Einwohner. Der Bau der
Eisenbahnstrecke Nürnberg-Bayreuth-Hof mit dem Bahnhof Pegnitz
verbesserte den Wirtschaftstandort Pegnitz erheblich. Mit der
Errichtung der Eisengießerei Pegnitzhütte im Jahr 1890 gewann die
schon im Mittelalter betriebene Erzgewinnung neue Bedeutung und die
Stadt schaffte endgültig den Anschluss an das Industriezeitalter.
Der
Bergbau war zeitweise der bedeutendste Wirtschaftsfaktor von
Pegnitz und der ganzen Region. 1967 musste die Zeche geschlossen
werden.
Ab den 50er Jahren expandierte die Stadt in
erheblichem Umfang. Die Schwerpunkte der Aktivitäten lagen zunächst
im Wohnungsbau, wobei zahlreiche Heimatvertriebene und Flüchtlinge
zu integrieren waren, darüber hinaus im Straßenbau, bei der
Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, beim Krankenhaus und beim
Schulhausbau. Als "Schulstadt" kann Pegnitz heute alle
Schularten anbieten. Darüber hinaus gibt es Fachschulen, die zum
Teil bundesweit bekannt sind, wie etwa die Bayerische Justizschule
oder die Hotelfachschule.
Um den Freizeitwert der Stadt weiter zu fördern,
entstanden beispielsweise das Hallen- und Freibad und das
Freizeit- und Erholungszentrum mit Kunsteisstadion. In den
letzten Jahren hat sich Pegnitz auch zu einem Einkaufszentrum für
das ganze Umland entwickelt.
Ausgesprochen positiv waren die Maßnahmen der Gemeindegebietsreform
in den 70er Jahren, die die Eingliederung von zehn Gemeinden und
vier Gemeindeteilen mit einem Zugewinn von rund 5.000 Einwohnern mit
sich brachte sowie einen erheblichen Flächenzuwachs.
Pegnitz hat im Laufe des letzten Jahrhunderts
eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung erlebt und ist heute ein
Mittelzentrum mit attraktivem Lebensraum für gut 15.000 Einwohner
auf einer Gesamtfläche von rd. 100 qm. Wirtschaftliche, kulturelle
und touristische Angebote machen die Stadt zu einem Anziehungspunkt
für die gesamte Region.
Seit 1987 besteht eine lebendige Partnerschaft
zur französischen Stadt
Guyancourt. Im Mai 2006 wurde die über Jahre
entwickelte intensive Freundschaft zum tschechischen
Slany ebenfalls
durch eine Städtepartnerschaft besiegelt. Außerdem hat die Stadt
Pegnitz vor 40 Jahren die
Patenschaft für ein Boot der Marine
übernommen, das nunmehr den Namen "Pegnitz" trägt.
Wollen Sie mehr über unsere Stadtgeschichte
wissen? Bitte informieren Sie sich in unserem Jubiläumsbildband
"Pegnitz - 650 Jahre Stadt"!
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